Der PISA-Schock ist da!

Endlich liegt der PISA-Bericht vor und die Ergebnisse sind ernüchternd: Deutschland, einschließlich der Hamburger Schülerinnen und Schüler, schneidet so schlecht ab, wie noch nie. Die Ergebnisse der PISA-Studie 2022 verzeichnen die niedrigsten Werte aller Zeiten in allen drei Kompetenzbereichen (GERMANY_Country-Note-PISA-2022_DEU.pdf (oecd.org)).

Die Elternkammer Hamburg sieht sich in ihren langjährigen Befürchtungen bestätigt und ruft zu umgehenden Maßnahmen auf.

Seit 2012/ 2013 zeigen die Leistungen der Schülerinnen und Schüler eine stetige Abwärtsbewegung – begleitet von einer immer größer werdenden Bildungsschere. Die Auswirkungen der Pandemie sind zwar spürbar, können jedoch nicht allein für die Verschlechterung verantwortlich gemacht werden.

Die PISA-Ergebnisse verdeutlichen einen aktuellen Lernrückstand von etwa einem Schuljahr und zeigen, dass bisherige Aufholprogramme nicht ausreichend waren.

Die Elternkammer Hamburg fordert entschieden weitere – an die wirklichen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler angepasste – Programme zur Leistungsverbesserung und ein konsequentes Ausweiten der Aufholprogramme durch die Schulbehörde (BSB). Insbesondere soll der Fokus auf Chancengerechtigkeit gelegt werden, um die bestehende Ungleichheit im Bildungssystem zu überwinden. Der Lehrkräftemangel ist ein zusätzliches Hindernis, das umfassender angegangen werden muss. Mehr als 70% der Schülerinnen und Schüler geben an, dass der Mangel an Lehrkräften und damit verbundenem Unterrichtsausfall ihren Bildungserfolg beeinträchtigt.

Die Elternkammer Hamburg fordert zudem eine verstärkte Sprachförderung, den Ausbau von Basiskompetenzen und die Schaffung von unterstützendem Personal, um Lehrkräfte bei ihrer täglichen Arbeit zu entlasten.

Sozial schwache Haushalte, Migrationshintergrund, benachteilige Stadtteile oder auch individuelle Teilleistungsstörungen oder Behinderungen dürfen nicht länger dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler hierdurch in ihrer schulischen Laufbahn einer Chancenungerechtigkeit ausgesetzt sind.

Simone Kohl, Vorsitzende der Elternkammer Hamburg, betont die Notwendigkeit von Präventionsprogrammen zur psychischen Gesundheit der Schülerinnen und Schüler, einschließlich von Stressbewältigungsprogrammen, sowie das grundsätzliche Überdenken der bisherigen Bewertungssysteme, welche unter anderem einen großen Anteil an den psychischen Belastungen der Schülerinnen und Schüler haben.

In allen von der Schulbehörde künftig eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der schulischen Bildung muss die Inklusion hierbei eine zentrale Rolle einnehmen.

Für einen messbaren Erfolg bei der nächsten PISA-Studie braucht es ein gemeinschaftliches Vorgehen von Politik, Verwaltung und allen anderen Schulbeteiligten.

Die Elternkammer Hamburg wird sich aktiv einbringen.

Elternkammer Hamburg
Der Vorstand

E-Mail: info@elternkammer-hamburg.de
Web: www.elternkammer-hamburg.de

Quelle: Der PISA-Schock ist da! | Elternkammer Hamburg (elternkammer-hamburg.de)

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